Lerne, wann du für Beschreibungen „Es gibt" und wann du „sein" benutzt.

„Es gibt“ oder „sein“ – worum geht es hier?

  • „Es gibt“ = Sagen, dass etwas existiert oder vorhanden ist.
  • „sein“ = Sagen, wo etwas ist oder wie etwas ist.

Beide Strukturen kommen oft im gleichen Kontext vor (Wohnung, Möbel, Räume) – deshalb ist die Unterscheidung wichtig.

Schritt 1: Wann benutze ich „es gibt“?

Nutzen Sie „es gibt“, wenn Sie eine Art „Inventarliste“ machen.

  • Frage dahinter: Gibt es das überhaupt?
  • Bedeutung: „Es existiert … / Es ist vorhanden …“
Satzart Beispiel
Allgemeine Aussage In der Wohnung gibt es einen Balkon.
Liste machen Im Büro gibt es zwei Schreibtische und einen Drucker.
Frage Gibt es hier eine Küche?

Merksatz: Wenn Sie etwas „neu ins Gespräch bringen“, nehmen Sie oft „es gibt“.

Schritt 2: Wann benutze ich „sein“?

Nutzen Sie „sein“, wenn der Gegenstand schon im Gespräch ist und Sie Ort oder Eigenschaft beschreiben.

  • Frage dahinter 1: Wo ist es?
  • Frage dahinter 2: Wie ist es?
Funktion Beispiel
Ort Der Balkon ist neben der Küche.
Eigenschaft Der Balkon ist groß und sonnig.
Mehrere Dinge Die Schränke sind im Flur.

Merksatz: Wenn Sie sagen, wo etwas ist oder wie es ist, nehmen Sie „sein“.

Schritt 3: Fester Bauplan von „es gibt“

  • Struktur: es gibt + Akkusativ
  • „es“ steht immer am Anfang der Struktur.
  • Das Verb „gibt“ ist in der 3. Person Singular – egal ob danach etwas im Singular oder Plural steht.
Richtig Falsch
Es gibt einen Balkon. Es geben einen Balkon.
Es gibt zwei Balkone. Es gibt zwei Balkons. (Plural hier: Balkone)
Es gibt viele Zimmer. Gibt es viele Zimmer. (als Aussage falsch, als Frage korrekt: „Gibt es …?“)

Schritt 4: Akkusativ nach „es gibt“ – worauf achten?

Nach „es gibt“ steht immer Akkusativ.

  • männlich: einen Tisch, den Schrank
  • weiblich: eine Lampe, die Dusche (Form wie im Nominativ)
  • sächlich: ein Sofa, das Fenster (Form wie im Nominativ)
  • Plural: viele Stühle, die Regale (Form wie im Nominativ Plural)
Richtig (Akkusativ) Typischer Fehler
Es gibt einen Tisch. Es gibt ein Tisch.
Es gibt den Schrank schon. Es gibt der Schrank schon.
Es gibt eine Dusche. Es gibt ein Dusche.

Schnell-Check im Kopf: Kann ich „wen oder was?“ fragen? → Dann Akkusativ.
Beispiel: Es gibt wen oder was? – einen Tisch.

Schritt 5: Formen von „sein“ – schnell im Überblick

Für diese Einheit brauchen Sie vor allem Singular und Plural in der 3. Person.

Person Form von „sein“ Beispiel
er / sie / es ist Die Lampe ist über dem Tisch.
sie (Plural) sind Die Stühle sind am Fenster.

Merken: Singular → ist, Plural → sind.

Schritt 6: Typische Verwechslungen – so vermeiden Sie sie

  • Viele Lernende mischen „es gibt“ und „sein“, weil im Deutschen beides mit „ist/sind/es gibt“ übersetzt wird.
Situation Richtige Form Warum?
Sie beschreiben, was im Raum vorhanden ist. Im Büro gibt es einen Drucker. Existenz / „Inventar“
Sie sagen, wo derselbe Drucker steht. Der Drucker ist neben dem Schreibtisch. Ort
Sie bewerten den Drucker. Der Drucker ist leise. Eigenschaft

Fehler, die Sie vermeiden sollten:

  • In der Küche ist einen Tisch.In der Küche ist ein Tisch. (Nominativ nach „sein“)
  • In der Küche gibt es ein Tisch.In der Küche gibt es einen Tisch. (Akkusativ nach „es gibt“)
  • In der Küche sind ein Tisch.In der Küche ist ein Tisch. (Singular!)

Schritt 7: Feste Kombinationen im Kopf speichern

Prägen Sie sich einige typische Muster ein. Das erleichtert später das Sprechen.

  • In meinem Zimmer gibt es …
    • … ein Bett und einen Schreibtisch.
    • … viele Bücher und eine Pflanze.
  • Der / Die / Das … ist …
    • Der Schreibtisch ist am Fenster.
    • Die Lampe ist über dem Esstisch.
    • Das Regal ist neben der Tür.
  • Die … sind …
    • Die Stühle sind im Wohnzimmer.
    • Die Bilder sind an der Wand.

Schritt 8: Mini-Strategie für Gespräche

  1. Neu einführen: Was gibt es?
    • In meinem Arbeitszimmer gibt es einen großen Schreibtisch.
  2. Dann genauer werden: Wo / wie ist es?
    • Der Schreibtisch ist direkt am Fenster.
    • Er ist sehr praktisch.

So können Sie flüssig sprechen: zuerst „es gibt“, dann „sein“ für Details.

Selbst-Check: Habe ich es verstanden?

Beantworten Sie die Fragen kurz für sich. Wenn Sie überall „ja“ sagen, sind Sie sicher.

  • Kann ich erklären, wann ich „es gibt“ nehme (Existenz / Verfügbarkeit)?
  • Weiß ich, dass nach „es gibt“ immer Akkusativ kommt?
  • Kann ich erklären, wann ich „sein“ nehme (Ort / Zustand / Eigenschaft)?
  • Kann ich spontan zwei Sätze bilden:
    • „In meinem Wohnzimmer gibt es …“
    • „Das / Der / Die … ist …“
  • Kann ich typische Fehler erkennen, z. B. „es gibt ein Tisch“ oder „ist einen Tisch“?

Wenn etwas noch unsicher ist, lesen Sie gezielt den passenden Schritt (1–8) noch einmal. Dann üben Sie mit eigenen Beispielen aus Ihrer Wohnung oder Ihrem Büro.

  1. Wenn man ausdrücken will, dass etwas existiert → „es gibt“
  2. Wenn man ausdrücken will, wo oder wie etwas ist → „sein“
AusdruckBenutzungBeispiele
„Es gibt“Existenz / Verfügbarkeit
 Es gibt einen Garten.
 Es gibt eine Küche im Haus.
 Es gibt viele Zimmer.
„Sein“Ort / Zustand
Der Garten ist groß.
Die Küche ist im Haus.
Die Zimmer sind groß.

Ausnahmen!

  1. Bei „es gibt“ wird immer der Akkusativ verwendet.

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Dieser Inhalt wurde vom pädagogischen Team von coLanguage entworfen und überprüft. Über coLanguage

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Sophie Schmidt

Internationale Verwaltungsleitung

Würzburger Dolmetscherschule

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Zuletzt aktualisiert:

Mittwoch, 18/02/2026 17:26