Krankenpflege 20 - Bewertungssysteme
Bewertungssysteme
2. Übungen
Übung 1: Writing correspondence
Anleitung: Write a reply to the following message appropriate to the situation
E-Mail: Sie bekommen eine E-Mail von Ihrer Stationsleitung und sollen einen kurzen schriftlichen Bericht über das Schmerzassessment Ihrer Patientin verfassen und noch ein paar Fragen klären.
Betreff: Schmerzassessment Frau König – kurzer Bericht
Guten Morgen Frau Weber,
könnten Sie mir bitte bis heute 15:00 Uhr einen kurzen schriftlichen Bericht zu Frau König schicken?
Wichtig ist für mich:
- Schmerzbewertung mit NRS (0–10) und kurze Beobachtung der nonverbalen Schmerzanzeichen (Gesicht, Körperhaltung).
- Welche Vitalzeichen waren auffällig?
- Kurze Einschätzung nach dem SBARR-Verfahren für die Ärztin.
Bitte schreiben Sie auch, ob Sie noch etwas für die Anamnese brauchen.
Vielen Dank und viele Grüße
Sabine Roth
Stationsleitung
Betreff: Schmerzassessment Frau König – kurzer Bericht
Guten Morgen Frau Weber,
Könnten Sie mir bitte bis heute 15:00 Uhr einen kurzen schriftlichen Bericht zu Frau König schicken?
Wichtig ist für mich:
- Schmerzbewertung mit NRS (0–10) und kurze Beobachtung der nonverbalen Schmerzanzeichen (Gesicht, Körperhaltung).
- Welche Vitalzeichen waren auffällig?
- Kurze Einschätzung nach dem SBARR‑Verfahren für die Ärztin.
Bitte schreiben Sie auch, ob Sie noch etwas für die Anamnese benötigen.
Vielen Dank und viele Grüße
Sabine Roth
Stationsleitung
Verstehe den Text:
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Was genau möchte Frau Roth in dem Bericht über Frau König wissen? Nennen Sie mindestens zwei Punkte.
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Warum ist für Frau Roth das SBARR-Verfahren in diesem Zusammenhang wichtig? Beschreiben Sie kurz.
Nützliche Redewendungen:
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hiermit schicke ich Ihnen meinen kurzen Bericht zu …
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die Patientin gibt die Schmerzen auf der NRS mit … an.
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für die weitere Anamnese benötige ich noch …
hiermit schicke ich Ihnen meinen kurzen Bericht zu Frau König.
Die Patientin gibt die Schmerzen auf der NRS mit 7 von 10 an. Nonverbal zeigt sie starke Schmerzen: angespannte Gesichtsmuskulatur, zusammengekniffene Augen und eine gebeugte Körperhaltung im Bett. Die Vitalzeichen sind leicht auffällig: Puls 102/min, Blutdruck 150/90 mmHg, Atemfrequenz 22/min, Temperatur 37,8 °C.
SBARR-Zusammenfassung: Frau König, 68 Jahre, starke Schmerzen im rechten Knie nach OP, trotz Analgetika keine ausreichende Wirkung (Situation). Postoperative Schmerzen, möglich unzureichende Schmerztherapie (Background/Assessment). Empfehlung: ärztliche Kontrolle der Medikation und Anpassung des Schmerzschemas.
Für die weitere Anamnese benötige ich noch genauere Informationen zu ihrer bisherigen Schmerztherapie zu Hause.
Viele Grüße
Anna Weber
Übung 2: Dialogkarten
Anleitung: Wähle eine Situation aus und übe das Gespräch mit deinem Lehrer oder deinen Mitschülern.
Schmerz‑Einschätzung auf der Inneren
Pflegekraft Anna: Anzeigen Markus, ich mache kurz eine strukturierte Übergabe mit SBARR zu Frau Keller, sie klagt seit heute Morgen über stärkere Bauchschmerzen.
Pflegekraft Markus: Anzeigen Okay, Situation habe ich, was ist der Hintergrund, hat sie bekannte Diagnosen oder ist im Rahmen der WHO‑Klassifikation schon eingestuft?
Pflegekraft Anna: Anzeigen Ja, sie hat ein kolorektales Karzinom, WHO‑Stadium III, bisher waren die Schmerzen mit oralen Opioiden gut eingestellt.
Pflegekraft Anna: Anzeigen In meiner aktuellen Bewertung liegt ihre Schmerzintensität auf der NRS bei 7, die Schmerzlokalisation ist im rechten Unterbauch, Dauer seit etwa vier Stunden, Qualität stechend, dazu sieht man eine deutliche angespannte Mimik und gekrümmte Körperhaltung.
Pflegekraft Markus: Anzeigen Gut, das passt zu meiner Fremdbeurteilung, die Vitalzeichen waren aber noch stabil, oder?
Pflegekraft Anna: Anzeigen Genau, Vitalzeichen unauffällig, meine Empfehlung ist, dass der diensthabende Arzt die Medikation anordnet und wir bis dahin engmaschig überwachen, dokumentieren und die nonverbalen Schmerzanzeichen im Blick behalten.
Pflegekraft Markus: Anzeigen Ich wiederhole kurz als Read‑back: Frau Keller, WHO‑III, aktuell NRS 7, stechender Schmerz im rechten Unterbauch seit vier Stunden, Vitalzeichen stabil, Arzt informieren und Schmerztherapie anpassen, richtig?
Pflegekraft Anna: Anzeigen Ja, genau so bitte auch in der Übergabedokumentation festhalten, dann ist die Risikoeinschätzung klar nachvollziehbar.
Offene Fragen:
1. Wie erklären Sie einem neuen Kollegen kurz, wie die Numerische Ratingskala (NRS) funktioniert?
2. Welche nonverbalen Schmerzäußerungen beobachten Sie häufig bei Patienten auf Ihrer Station?
Ganzheitliche Einschätzung im Aufnahmegespräch
Pflegefachkraft Lena: Anzeigen Herr Scholz, ich möchte Ihre Situation nicht nur über die Pflegediagnose und die Schmerzskala erfassen, sondern auch über die funktionalen Gesundheitsmuster, zum Beispiel Aktivitäts‑Ruhe‑Balance und Schlaf‑Wach‑Muster.
Patient Herr Scholz: Anzeigen Das klingt gut, ich habe das Gefühl, dass mich die Schmerzen nicht nur körperlich, sondern auch im Alltag sehr einschränken.
Pflegefachkraft Lena: Anzeigen Genau darum geht es auch im Konzept der Positiven Gesundheit nach Machteld Huber: Wir schauen, wie belastbar Sie sind, welche Resilienz Sie haben und wo Sie Ihre Selbstwirksamkeit erleben, also wo Sie selbst aktiv etwas für Ihr Gesundheitskapital tun können.
Patient Herr Scholz: Anzeigen Im Moment schlafe ich schlecht, bin tagsüber müde und treffe mich kaum noch mit Freunden, die soziale Interaktion fehlt mir total.
Pflegefachkraft Lena: Anzeigen Dann halten wir das als wichtiges Muster fest, zusammen mit Ihrer Ernährungsaufnahme und der kognitiven Wahrnehmung, und planen Interventionen, die nicht nur den Schmerz, sondern auch Ihren Alltag verbessern.
Pflegefachkraft Lena: Anzeigen Im Hintergrund nutzen wir dazu ein Modell mit vier Dimensionen – Content, Procedure, Interaction und Subsistence –, damit wir sowohl Inhalte, Abläufe, die Zusammenarbeit als auch Ihre Existenzsicherung im Blick behalten.
Patient Herr Scholz: Anzeigen Das klingt sehr umfassend, ich hoffe, dass ich so Schritt für Schritt wieder mehr Lebensqualität zurückbekomme.
Pflegefachkraft Lena: Anzeigen Das ist unser gemeinsames Ziel, und wir werden Ihre Selbstbeurteilung regelmäßig mit unserer Fremdbeurteilung vergleichen, um die Maßnahmen bei Bedarf anzupassen und zu evaluieren.
Offene Fragen:
1. Welche Fragen würden Sie einem neuen Patienten stellen, um mehr über seine Aktivitäts‑Ruhe‑Balance und Schlaf‑Wach‑Muster zu erfahren?
2. Wie können Resilienz und Selbstwirksamkeit einem Patienten helfen, mit chronischen Schmerzen im Alltag besser umzugehen?
Übung 3: Schreibübung
Anleitung: Beschreiben Sie in 6 bis 8 Sätzen, wie auf Ihrer Station oder an Ihrem Arbeitsplatz Informationen über den Zustand eines Patienten strukturiert gesammelt und an Kolleginnen und Kollegen weitergegeben werden, und vergleichen Sie dies kurz mit dem System im Text.
Nützliche Ausdrücke:
An meinem Arbeitsplatz wird … dokumentiert. / Wir benutzen …, um den Zustand des Patienten einzuschätzen. / Bei der Übergabe achten wir besonders auf … / Im Vergleich zum Text finde ich wichtig, dass …