Reflexive Verben mit Dativ/Akkusativ werden verwendet, wenn die Handlung das Subjekt direkt oder indirekt betrifft.

Überblick: Worum geht es hier?

  • Es geht um reflexive Verben mit Akkusativ und Dativ.
  • Beispielverb: kämmenich kämme mich / ich kämme mir die Haare.
  • Wichtig ist: Wie viele Objekte hat der Satz? Und wenn ja, welche?

Schritt 1: Grundidee – Reflexivpronomen = „ich selbst“

Reflexive Verben zeigen: Die Person macht etwas mit sich selbst.

  • ohne weiteres Objekt: Ich kämme mich.
  • mit weiterem Objekt: Ich kämme mir die Haare.

Die Form des Reflexivpronomens hängt dann vom Fall ab: Akkusativ oder Dativ.

Schritt 2: Die Kernregel in einem Satz

  • Nur ein Objekt im Satz (nur du selbst) → Reflexivpronomen im Akkusativ.
    Ich kämme mich.
  • Noch ein Akkusativobjekt im Satz (z. B. „die Haare“, „die Hände“) → Reflexivpronomen im Dativ.
    Ich kämme mir die Haare.

Schritt 3: Formen im Überblick (Akkusativ vs. Dativ)

Person Akkusativ Dativ Bemerkung
ich mich mir Form ändert sich
du dich dir Form ändert sich
er / sie / es sich sich gleich
wir uns uns gleich
ihr euch euch gleich
sie / Sie sich sich gleich

Merke: Nur bei ich und du ändert sich die Form von Akkusativ zu Dativ deutlich.

Schritt 4: Typische Alltagssätze – so erkennst du den Fall

  • Körperpflege, ohne weiteres Objekt
    → nur du selbst = Akkusativ
    • Ich rasiere mich.
    • Du wäschst dich.
    • Er duscht sich.
  • Körperteil oder Kleidung als zweites Objekt
    → Körperteil / Kleidungsstück = Akkusativ, Reflexivpronomen = Dativ
    • Ich wasche mir die Hände.
    • Du putzt dir die Zähne.
    • Sie zieht sich die Jacke an.
    • Wir kämmen uns die Haare.

Schritt 5: Zwei wichtige Fragetests

  1. Test 1: Wen oder was? → Akkusativobjekt finden
    • Ich wasche mir die Hände.
    • Frage: Wen oder was wasche ich? → die Hände (Akkusativ)
    • Wenn es schon ein anderes Akkusativobjekt gibt → Reflexivpronomen = Dativ: mir.
  2. Test 2: Gibt es kein anderes Akkusativobjekt?
    • Ich wasche mich.
    • Es gibt kein weiteres Objekt → Reflexivpronomen = Akkusativ: mich.

Schritt 6: „Sich freuen“ & Co. – feste Akkusativ-Verben

Manche Verben sind immer reflexiv mit Akkusativ – auch wenn noch ein Objekt kommt.

  • sich freuen auf / über
    • Ich freue mich auf mein neues Outfit.
    • Sie freut sich über das Kompliment.
    • Ich freue mir auf mein neues Outfit.falsch
  • Weitere häufige Beispiele (A2/B1-Relevanz):
    • sich erinnern an: Ich erinnere mich an den Termin.
    • sich interessieren für: Ich interessiere mich für Mode.

Merke: Diese Verben lernst du am besten als Wortgruppe: „sich freuen auf + Akkusativ“ usw.

Schritt 7: Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Fehler 1: Dativ ohne zweites Objekt
    • Morgens kämme ich mir schnell.
    • Kein weiteres Akkusativobjekt → es muss heißen: Ich kämme mich.
  • Fehler 2: Akkusativ trotz Körperteil / Kleidung
    • Vor dem Meeting kämme ich mich die Haare.
    • Mit „die Haare“ als Akkusativobjekt → Reflexivpronomen im Dativ: Ich kämme mir die Haare.
  • Fehler 3: „sich freuen“ im Dativ
    • Heute Abend freue ich mir auf mein neues Outfit.
    • Richtig: Heute Abend freue ich mich auf mein neues Outfit.

Schritt 8: Mini-Checkliste für deinen eigenen Satz

  1. Welches Verb benutze ich?
    • Ist es ein „festes“ reflexives Verb mit Akkusativ (z. B. sich freuen)?
  2. Gibt es ein anderes Akkusativobjekt?
    • Frage: Wen oder was?
    • Wenn ja → Reflexivpronomen = Dativ.
    • Wenn nein → Reflexivpronomen = Akkusativ.
  3. Welche Person ist das?
    • Ich → mich / mir
    • Du → dich / dir
    • Andere Personen → Form bleibt gleich (sich, uns, euch).

Schritt 9: Kurzer Selbsttest

Überprüfe, ob du die folgende Zuordnung spontan treffen kannst.

  • Nur ein Objekt (du selbst) → Welche Form?
    Ich ziehe _____ an.
  • Mit Körperteil / Kleidung → Welche Form?
    Ich ziehe _____ die Jacke an.
  • Festes Verb „sich freuen auf“ → Welche Form?
    Ich freue _____ auf das Wochenende.

Lösung zum Kontrollieren:

  • Ich ziehe mich an. (nur ich → Akkusativ)
  • Ich ziehe mir die Jacke an. (Jacke = Akkusativobjekt → mir = Dativ)
  • Ich freue mich auf das Wochenende. (festes reflexives Verb mit Akkusativ)

Was solltest du jetzt können?

  • Du erkennst, wann ein Reflexivpronomen im Akkusativ oder im Dativ steht.
  • Du kannst mit den Fragetests (Wen oder was?) und „Gibt es noch ein Akkusativobjekt?“ deinen Satz selbst prüfen.
  • Du weißt, dass bei ich und du die Formen wechseln (mich/mir, dich/dir), bei den anderen Personen nicht.
  • Du kennst wichtige feste Verben wie sich freuen auf, die immer Akkusativ nehmen.

Wenn diese Punkte klar sind, bist du gut vorbereitet, um die Strukturen in Gesprächen aktiv zu benutzen.

  1. Wenn es nur ein Objekt im Satz gibt: Reflexivpronomen steht im Akkusativ
  2. Wenn es mehr als ein Akkusativobjekt im Satz gibt: Reflexivpronomen steht im Dativ
VerbAkkusativ (Reflexivpronomen im Akkusativ)Dativ (Reflexivpronomen im Dativ)
Kämmenich kämme michich kämme mir die Haare
 du kämmst dichdu kämmst dir die Haare
 er/sie/es kämmt sicher/sie/es kämmt sich die Haare
 wir kämmen unswir kämmen uns die Haare
 ihr kämmt euchihr kämmt euch die Haare
 sie/Sie kämmen sichsie/Sie kämmen sich die Haare

Ausnahmen!

  1. Nur die ersten beiden Personen ändern die Form vom Akkusativ zum Dativ.

Übung 1: Mehrfachauswahl

Anleitung: Wähle die richtige Antwort

1. Wenn Sie möchten, können Sie ____ dort in der Umkleide in Ruhe umziehen.


2. Das Kleid ist schön, aber ich muss ____ noch eine andere Größe anprobieren.


3. Bevor der Kunde kommt, zieht sie ____ noch schnell ihre bequemen Schuhe aus.


4. Dieses sportliche Hemd steht dir wirklich gut, du kannst ____ das ruhig kaufen.


Übung 2: Mehrfachauswahl

Anleitung: Wählen Sie in jedem Satz die grammatisch richtige Option.

1.
Es gibt kein weiteres Akkusativobjekt; hier braucht man Akkusativ, nicht Dativ.
Mit zusätzlichem Akkusativobjekt wäre „die Haare“ üblicher; außerdem ist hier ohne passendes Objekt Dativ („mir“) falsch.
2.
Ohne weiteres Objekt braucht man Akkusativ: „ich kämme mich“, nicht Dativ „mir“.
Bei einem zusätzlichen Akkusativobjekt („die Haare“) muss das Reflexivpronomen Dativ sein („mir“), nicht Akkusativ („mich“).

Übung 3: Umschreiben Sie die Ausdrücke

Anleitung: Herschreibe die Sätze. Verwende reflexive Verben im Akkusativ oder Dativ wie im Beispiel: Ich kämme mich. / Ich kämme mir die Haare.

Hinweise einblenden/ausblenden
  1. Hinweis Hinweis (mir) Ich wasche die Hände.
    ⇒ _______________________________________________ Example
    Ich wasche mir die Hände.
  2. Hinweis Hinweis (dir) Du putzt die Zähne.
    ⇒ _______________________________________________ Example
    Du putzt dir die Zähne.
  3. Hinweis Hinweis (sich) Er rasiert jeden Morgen.
    ⇒ _______________________________________________ Example
    Er rasiert sich jeden Morgen.
  4. Hinweis Hinweis (uns) Wir kämmen die Haare vor der Arbeit.
    ⇒ _______________________________________________ Example
    Wir kämmen uns die Haare vor der Arbeit.

Übung 4: Grammatik in Aktion

Anleitung: Spielen Sie ein Beratungsgespräch in der Umkleide; reagieren Sie spontan.

Situation
Sie sind nach der Arbeit mit einer Kollegin in einem Modegeschäft und probieren Kleidung an.

Diskutieren
  • Wie ziehen Sie sich im Büro an, wenn Sie elegant wirken möchten?
  • Was ziehen Sie aus, bevor Sie etwas Neues anprobieren? Beschreiben Sie mit Reflexivpronomen (z. B. ich ziehe mir die Jacke aus).

Nützliche Wörter und Redewendungen
  • in der Umkleide
  • Das steht dir gut
  • bequem / elegant / modern / sportlich

Im Gespräch verwenden
  • sich etwas anprobieren: Ich probiere mir die Bluse an.
  • sich etwas ausziehen: Ich ziehe mir die Jacke aus.
  • sich freuen über: Ich freue mich über den modernen Stil.

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Louis Fernando Hess

Bachelor of Science - Interkulturelle Wirtschaftspsychologie

Hamm-Lippstadt University of Applied Sciences

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Zuletzt aktualisiert:

Donnerstag, 05/03/2026 12:18